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Rentner

Rentner sind in dem Staat krankenversichert, aus welchem sie eine Rente beziehen. In der Schweiz gelten als Renten die (gesetzlichen) Leistungen der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), Invalidenversicherung (IV), Militärversicherung (MV), Unfallversicherung(UV) und der beruflichen Vorsorge (BV, Pensionskasse). Im Bereich der beruflichen Vorsorge gilt dies auch in kapitalisierter Form, soweit das im Reglement vorgesehene ordentliche Rentenalter erreicht ist. Nicht unter die Renten fallen Leistungen aus privater Vorsorge, wie z.B. Lebensversicherungen.

Versicherungspflicht in der Schweiz

  • Sie beziehen eine Rente aus der Schweiz (AHV, IV, UV, BV) und verlegen Ihren Wohnsitz in einen EU-/EFTA-Staat und
  • Sie erhalten aus dem Staat Ihres neuen Wohnsitzes keine Rente und
  • Sie waren entweder ausschliesslich in der Schweiz oder länger in der Schweiz als in einem anderen EU-/EFTA-Staat rentenversichert (in der Schweiz müssen die längeren Versicherungszeiten vorliegen).

Auf Grund des Bezuges Ihrer Schweizer Rente bleiben Sie und Ihre nicht erwerbstätigen Familienangehörigen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung in der Schweiz unterstellt.

Formular E 121 oder Bescheinigung S1

Wie machen Sie den Leistungsanspruch im Wohnland geltend?

Ihr Schweizer Krankenversicherer stellt Ihnen die Bescheinigung S1 oder das Formular E 121 aus. Dieses Dokument reichen Sie bei der zuständigen Stelle der gesetzlichen Krankenversicherung Ihres neuen Wohnstaats (aushelfender Träger) zur Registrierung ein. 

Erfolgt eine Registrierung, so werden Ihnen alle medizinischen Leistungen, welche im Wohnstaat vorgesehen sind, gewährt. Sie haben damit denselben Leistungsanspruch wie eine in diesem Land versicherte Person. Kostenbeteiligungen richten sich nach den Bestimmungen des Wohnstaats.

Die Gemeinsame Einrichtung KVG ist nicht berechtigt, die Bescheinigung S1 oder das Formular E 121 auszustellen.

Bleibt der Anspruch auf medizinische Behandlungen in der Schweiz bestehen?

Wenn Sie in der Schweiz versichert sind, haben Sie das Behandlungswahlrecht. Das heisst, Sie können sich wahlweise im Wohnstaat oder in der Schweiz medizinisch behandeln lassen.

Hingegen werden medizinische Behandlungen in einem anderen EU-/EFTA-Staat nur übernommen, wenn es sich um medizinisch notwendige Leistungen während eines vorübergehenden Aufenthaltes handelt. Hierfür verwenden Sie bitte Ihre Europäische Krankenversicherungskarte.

Wenn Sie sich jedoch zum Zwecke der Behandlung in einen EU-/EFTA-Staat begeben, sind alle anfallenden Kosten in vollem Umfang selbst zu tragen.

Gibt es eine Möglichkeit, sich im Wohnland zu versichern?

Wenn Sie in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich oder Spanien wohnen, haben Sie und ihre nicht erwerbstätigen Familienangehörigen die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht in der Schweiz befreien zu lassen, wenn Sie sich dem Krankenversicherungssystem des Wohnstaats anschliessen (so genanntes Versicherungsoptionsrecht).

Wenn Sie in Portugal wohnen, haben nur Sie selbst als Rentner die Möglichkeit, vom Versicherungsoptionsrecht Gebrauch zu machen. Ihre nichterwerbstätigen Familienangehörigen sind hingegen in Portugal zu versichern und sind in der Schweiz nicht versicherungspflichtig.

Wohnen Sie in Finnland, so haben lediglich Ihre nicht erwerbstätigen Familienangehörigen das Versicherungsoptionsrecht. Sie selbst müssen sich in der Schweiz versichern.

Bei Wohnsitz in Dänemark, Grossbritannien oder Schweden sind Sie in der Schweiz versicherungspflichtig. Sie haben nicht die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Ihre nicht erwerbstätigen Familienangehörigen sind dagegen in der Schweiz nicht versicherungspflichtig, sondern im Wohnstaat zu versichern.

Wenn Sie in Liechtenstein wohnen, sind Sie und Ihre nicht erwerbstätigen Familienangehörigen dort versicherungspflichtig. Eine Wahlmöglichkeit besteht nicht.

Was ist bei der Befreiung von der Versicherungspflicht zu beachten?

Der Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht in der Schweiz hat schriftlich, innerhalb von drei Monaten ab Wohnsitznahme im EU-/EFTA-Staat zu erfolgen. Die Befreiung wird von der Gemeinsamen Einrichtung KVG vorgenommen. Das Optionsrecht ist unwiderruflich und darf nur einmal ausgeübt werden.

Das Formular dazu finden Sie als PDF rechts auf der Seite.

Spezialfall Spanien

Personen, die eine schweizerische Rente erhalten, ohne auf eine spanische Rente Anspruch zu haben, sind zusammen mit ihren nicht erwerbstätigen Familienangehörigen der obligatorischen Krankenversicherung in der Schweiz unterstellt.

Das so genannte „convenio especial“ ist eine Vereinbarung zwischen der Schweiz und Spanien (Sozialversicherungsabkommen). Anwendbar ist es nur für Staatsangehörige dieser beiden Staaten und gibt den Personen die Möglichkeit, sich von der obligatorischen Krankenversicherung in der Schweiz befreien zu lassen. Das Informationsblatt finden Sie unter Downloads Rentner.