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Grundlagen der Versicherungspflicht

Wer in der Schweiz erwerbstätig ist oder wohnt, ist krankenversicherungspflichtig und hat eine Krankenversicherung nach KVG (Bundesgesetz über die Krankenversicherung) abzuschliessen. In bestimmten Situationen kann man sich von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Versicherungspflicht bei Wohnsitz in der Schweiz (Wohnsitzprinzip)

Jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz muss sich innert drei Monaten nach der Wohnsitznahme oder der Geburt in der Schweiz für Krankenpflege versichern oder von ihrem gesetzlichen Vertreter bzw. ihrer gesetzlichen Vertreterin versichern lassen (Art. 3 KVG). Bei rechtzeitigem Beitritt (innert drei Monaten) beginnt die Versicherung im Zeitpunkt der Geburt oder der Wohnsitznahme in der Schweiz (Art. 5 Abs. 1 KVG). Erfolgt der Beitritt später, beginnt die Versicherung im Zeitpunkt des Beitritts und hat bei nicht entschuldbarer Verspätung einen Prämienzuschlag zur Folge. Informationen zu den Versicherungsprämien sind Sie unter www.priminfo.ch zu finden.

Der Wohnsitz einer Person befindet sich an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 23 ZGB). Die Anmeldung bei der Gemeinde ist nicht das alleinige Kriterium für einen Wohnsitz. Der Wohnsitz bleibt so lange bestehen, bis ein neuer begründet wird.

Versicherungspflicht bei Erwerbstätigkeit in der Schweiz (Erwerbsortprinzip)

Seit dem Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommens zwischen der Europäischen Union und der Schweiz am 1. Juni 2002 (FZA) sind auch Personen in der Schweiz versicherungspflichtig, die in der EU/EFTA wohnen und eine Erwerbstätigkeit in der Schweiz ausüben (z.B. Grenzgänger).

Die Versicherungspflicht erstreckt sich auch auf die nicht erwerbstätigen Familienangehörigen, sofern sie nicht der Versicherungspflicht im Wohnstaat unterliegen. Als Familienangehörige gelten der Ehegatte sowie Kinder bis zum vollendeten 18. Altersjahr und volljährige, unterhaltsberechtigte Kinder.

Die Versicherung beginnt im Zeitpunkt der Aufnahme der Erwerbstätigkeit in der Schweiz.

Versicherungspflicht in der Schweiz in weiteren Fällen

Auch Personen mit Wohnsitz in der EU/EFTA, die eine Rente aus der Schweiz beziehen, unterliegen der Versicherungspflicht, wenn es sich um eine Rente der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), Invalidenversicherung (IV), Militärversicherung (MV), Unfallversicherung (UV) oder der Beruflichen Vorsorge (BV, Pensionskasse) handelt. Im Bereich der BV gilt dies auch bei Kapitalbezug, soweit das ordentliche Rentenalter erreicht ist.

Detaillierte Informationen zur Versicherungspflicht und ihren Ausnahmen finden Sie auf der rechten Seite.

Publikationen

   

Kantonale Regelung

Die Überprüfung der Versicherungspflicht ist in der Schweiz kantonal geregelt. Jeder Kanton ist für die Überprüfung der Versicherungspflicht für seine Einwohner/-innen oder Grenzgänger/-innen selbst zuständig.

Auf Basis von Art. 18 Abs. 2sexies KVG übernimmt die Gemeinsame Einrichtung KVG diese Aufgabe für die Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Uri sowie für die Gemeinden Cham, Risch Rotkreuz und die Stadt Zug.

Zudem entscheidet die Gemeinsame Einrichtung KVG über Gesuche um Befreiung von der Versicherungspflicht von Rentner/-innen und ihren Familienangehörigen mit Wohnsitz in der EU, in Island oder Norwegen (Art. 18 Abs. 2bis KVG). Auf der Seite Rentner finden Sie detaillierte Informationen.

Erfahren Sie mehr über die Krankenversicherung in der Schweiz in der Broschüre des Bundesamts für Gesundheit: Die obligatorische Krankenversicherung kurz erklärt

 

Die Gemeinsame Einrichtung KVG unterliegt als Bundesorgan den Bestimmungen des schweizerischen Datenschutzgesetzes (DSG).